
Photovoltaik wird weiter gefördert: Steuerliche Vorteile, der KfW-Kredit 270 oder kommunale Programme können die Investition in Solarenergie erleichtern.
Eine Solaranlage lohnt sich heute vor allem dann, wenn Sie möglichst viel Solarstrom selbst nutzen. Mit Batteriespeicher, Wärmepumpe oder E-Auto steigt dieser Vorteil.
Für neue Anlagen gelten vereinfachte Regeln beim Netzanschluss, aber auch neue Vorgaben bei der Einspeisung. Dadurch werden Eigenverbrauch und Energiemanagement noch wichtiger.
Solarpaket 1: Diese politische Strategie erleichtert Photovoltaik
Die Bundesregierung hat das bereits im April 2024 in Kraft getretenen Solarpaket I verabschiedet, um den Ausbau von Solarenergie deutlich zu beschleunigen und den Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem zu erhöhen. Klimaschutz bleibt eine zentrale Aufgabe der Energiepolitik. Bis 2030 sollen erneuerbare Energien rund 80 Prozent des Strombedarfs decken. In den Jahren danach soll die Stromversorgung weitgehend klimaneutral werden. Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ergeben sich aus dem Solarpaket I unter anderem folgende Vorteile:
- Netzanschluss neuer Anlagen läuft schneller
Netzbetreiber müssen für kleinere Photovoltaikanlagen (bis 30 kW) digitale Verfahren zum Netzanschluss anbieten. Reagiert der Netzbetreiber nicht innerhalb eines Monats auf eine Anfrage, gilt der Anschluss in vielen Fällen als genehmigt. Dadurch lassen sich neue Anlagen deutlich schneller installieren.
- Balkonkraftwerke dürfen mehr Leistung erzeugen
Steckersolargeräte dürfen heute bis zu 800 Voltampere Wechselrichterleistung haben. Die maximale Modulleistung kann bis zu 2.000 Watt erreichen. Die Registrierung erfolgt im Marktstammdatenregister, eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist meist nicht mehr erforderlich.
- Mieterstrom kann flexibler genutzt werden
Solarstrom aus Photovoltaikanlagen darf inzwischen auch aus Nebengebäuden wie Garagen oder Gewerbeeinheiten stammen. Dadurch lassen sich mehr Gebäude in lokale Stromkonzepte einbeziehen und Solarstrom vor Ort besser nutzen.
Solarstrom hat inzwischen einen festen Platz im deutschen Energiesystem, deckt einen wachsenden Anteil des Strombedarfs und gehört damit neben der Windenergie zu den wichtigsten Stromquellen in Deutschland.
Aktuelle Zahlen zum Solarausbau in Deutschland
- Anfang 2026 befinden sich mehr als 5,5 Millionen Solaranlagen auf deutschen Dächern.
- Die Bundesnetzagentur registrierte 2025 etwa 430.000 „Balkonkraftwerke“ (steckerfertige Solaranlagen).
- Der Anteil von Solarenergie an der heimischen Stromerzeugung wuchs 2025 auf rund 18 Prozent, und übertraf damit Braunkohle und Erdgas.
- Die installierte Leistung hat inzwischen rund 117 Gigawatt (GW) erreicht.
Ausblick: Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll Solarenergie bis 2030 insgesamt 215 Gigawatt erreichen, bis 2040 sollen es 400 Gigawatt sein.
Unabhängigkeit erhöhen: Warum sich eine eigene PV-Anlage lohnt
Photovoltaik-Anlagen haben viele Vorteile: Sie sind umweltfreundlich und energieeffizient. Wer Solarstrom selbst erzeugt, muss deutlich weniger Energie vom Versorger beziehen und kann einen Teil seines Strombedarfs direkt vom eigenen Dach decken. Dadurch lassen sich langfristig Stromkosten senken und Preisschwankungen besser ausgleichen. Photovoltaik wird daher immer häufiger genutzt, um große Verbraucher im Haushalt zu betreiben. Dazu zählen etwa Wärmepumpen, Elektroautos oder Batteriespeicher.
Hinweis: Nahezu jeder kann sich heute eine Anlage auf dem Dach, an der Fassade oder doch zumindest auf dem Balkon installieren – die Zustimmung eines etwaigen Vermieters oder einer Eigentümergemeinschaft vorausgesetzt.
Wie viel Strom eine Photovoltaikanlage im Haushalt decken kann
Schon kleine Anlagen decken 20 bis 30 Prozent des Strombedarfs eines Haushalts, größere erzeugen oft mehr Strom als direkt benötigt wird. Den überschüssigen Strom können Mieter oder Eigentümerinnen ins Netz einspeisen oder sie speichern ihn und verwenden ihn später. Intelligente Energiesteuerungen, wie Smart Meter und Energiemanagementsysteme, helfen dabei, den Eigenverbrauch zu optimieren. Mit intelligenter Steuerung und Batteriespeicher kann der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 Prozent steigen.
Mit einem Steckersolargerät auf dem eigenen Balkon kann jeder selbst Strom erzeugen und damit seine Stromkosten reduzieren. Das Solarmodul (auch Mini-Solaranlage, Balkonmodul oder Plug-in-Solargerät genannt) wird zum Beispiel an der Balkonbrüstung, an der Hauswand oder auf einer Terrasse montiert und über eine Steckdose mit dem Stromnetz der Wohnung verbunden. Fertig. Der erzeugte Strom wird direkt im Haushalt genutzt und reduziert den Strombezug vom Energieversorger. Die maximale Modulleistung der Mini-Kraftwerke liegt bei 2.000 Watt. Die Anlagen müssen lediglich im Marktstammdatenregister registriert werden.
Zum Vergleich: Große Photovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugen 3.000 bis 20.000 Watt. Aber für den WLAN-Router (bis zu 15 Watt), den Computer (50 bis 100 Watt), Fernseher (100 Watt) oder eine Waschmaschinenladung (bis zu 900 Watt) reicht auch eine Mini-PV-Anlage allemal.
Photovoltaikanlage anschaffen: Leistung und Kosten im Überblick
Bevor Sie eine Solaranlage installieren, müssen Sie zunächst herausfinden, wie viel Strom Ihre verfügbare Solarfläche erzeugen soll und kann, also wie viele Kilowattstunden die PV-Anlage im Jahr produziert. Je größer die Fläche, desto mehr Module lassen sich installieren.
Wie viel Strom eine PV-Anlage erzeugt
In Deutschland können Sie mit 900 bis 1.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr und installiertem Kilowatt-Peak (kWp) kalkulieren. Klären Sie zunächst, wo die Anlage installiert werden soll (beispielsweise Dach oder Fassade), wohin sie ausgerichtet werden kann (am besten nach Süden) und wie stark die Dachneigung ist (30 bis 45 Grad gelten als optimal). Berücksichtigen Sie auch die Verschattung im Tagesverlauf: Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude können den Ertrag verringern.
Wie hoch die Investition in Ihre Solaranlage ist
Der Schritt in Richtung solarer Unabhängigkeit bedeutet eine Investition von einigen Tausend Euro, zumindest bei einer Solaranlage auf dem Dach. Denn obwohl die Module immer günstiger werden: Für Kauf und Montage müssen Sie zwischen 1.200 und 1.800 Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) einkalkulieren. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus hat 5 bis 10 kWp Leistung. Die Kosten summieren sich also schnell auf 6.000 bis 12.000 Euro. Dazu kommen jährliche Wartungskosten und gegebenenfalls Zusatzkosten für Energiemanagementsysteme und einen Batteriespeicher. Nur damit können Sie den günstig erzeugten Solarstrom zwischenspeichern und zeitunabhängig verbrauchen.
Hinweis: Die Kosten für eine Anlage an der Fassade oder gar eine Mini-PV-Anlage auf dem Balkon sind deutlich niedriger. Letztere sind bereits ab ein paar Hundert Euro erhältlich. Möglicherweise kommt auch die Anmietung einer PV-Anlage in Betracht. Diese sollten Sie in Ruhe durchkalkulieren, nicht immer ist sie günstiger.
Photovoltaik fördern lassen: Anreize für Ihren Wechsel zu Solar
Photovoltaikanlagen werden in Deutschland auf mehreren Wegen unterstützt. Eigentümerinnen und Eigentümer können von Einspeisevergütung, steuerlichen Vorteilen und zinsgünstigen Krediten profitieren. Zusätzlich bieten viele Bundesländer oder Kommunen eigene Förderprogramme an.
- Einspeisevergütung für Solarstrom
Wenn Sie Solarstrom in das öffentliche Netz einspeisen, erhalten Sie eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Diese Einspeisevergütung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Die Vergütung gilt für 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage. Die Höhe der Vergütung hängt vor allem von der Größe der Anlage sowie davon ab, ob der erzeugte Strom vollständig eingespeist oder teilweise selbst genutzt wird.
- Steuerliche Vorteile für Photovoltaikanlagen
Für Photovoltaikanlagen (und auch viele Balkonkraftwerke) gelten steuerliche Erleichterungen, die die Investitionskosten senken. Dazu zählen unter anderem:
- 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp
- Einkommensteuerbefreiung für Einkünfte aus der Stromerzeugung kleinerer Anlagen bis 30 kWp
- KfW-Kredite für Photovoltaik und Speicher
Die KfW unterstützt neue Photovoltaikanlagen und auch die Erweiterung bestehender Anlagen mit zinsgünstigen Darlehen. Das Programm „Erneuerbare Energien – Standard (270)“ finanziert sowohl Anlagen als auch Batteriespeicher. Der Kredit kann einen großen Teil der Investitionskosten abdecken und richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen.
- Regionale Förderprogramme
Zusätzlich zu bundesweiten Programmen bieten viele Bundesländer, Städte und Gemeinden eigene Förderungen für Photovoltaikanlagen an. Wie hoch und in welcher Form die Förderung ausfällt, hängt deshalb stark vom Wohnort ab.
Tipp: Einen Überblick über alle Förderprogramme bietet die Förderbank des Bundes, ebenso können Sie sich an Ihren Energieversorger mit Fragen zur Förderung wenden.
Sie möchten eine Solar-Anlage finanzieren?
Solarstrom einspeisen: Einspeisevergütung und Solarspitzen-Gesetz verstehen
Für eingespeisten Solarstrom erhalten Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen bereits seit dem Jahr 2002 eine festgelegte Einspeisevergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). 2023 ist das EEG reformiert worden und seit dem 25. Februar 2025 gilt das sogenannte „Solarspitzen-Gesetz“. Dies brachte mehrere wichtige Änderungen mit sich:
Wie sich die Einspeisevergütung entwickelt
Die Vergütungssätze für Solarstrom werden halbjährlich angepasst und jeweils um ein Prozent abgesenkt, um die technischen Fortschritte und sinkenden Kosten der Photovoltaik zu berücksichtigen. Trotz dieser Anpassungen bleibt die Einspeisevergütung ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftlichkeit vieler Anlagen. Sie ermöglicht es, überschüssigen Strom zu verkaufen, wenn der eigene Haushalt ihn nicht benötigt.
Regeln bei sehr niedrigen oder negativen Strompreisen
In Zeiten mit sehr hoher Stromproduktion kann es an der Strombörse zu negativen Strompreisen kommen. Das bedeutet, dass Strom zeitweise im Überfluss vorhanden ist. Für neue Photovoltaikanlagen gelten deshalb zusätzliche Regeln: Bei negativen Strompreisen wird für eingespeisten Strom zeitweise keine Vergütung gezahlt. Diese Regel soll Betreiber dazu motivieren, Solarstrom direkt zu verbrauchen oder über PV-Speicher zwischenzuspeichern.
Begrenzung der Einspeisung bei neuen Anlagen
Für neue Photovoltaikanlagen, die ab dem 25. Februar 2025 ans Netz gegangen sind, kann es vorübergehend eine Begrenzung der Einspeiseleistung geben. In vielen Fällen dürfen diese Anlagen zunächst maximal 60 Prozent ihrer Nennleistung in das Stromnetz einspeisen. Diese Begrenzung entfällt, wenn die Anlage über ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) mit Steuerbox verfügt. Damit können Netzbetreiber Einspeisespitzen besser steuern und das Stromnetz stabil halten.
Was sich für bestehende Anlagen nicht ändert
Wenn Sie Ihre Solaranlage vor dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommen haben, bleiben die ursprünglichen Vergütungsregeln in der Regel bestehen. Die zugesagte Einspeisevergütung gilt weiterhin für den vereinbarten Zeitraum von 20 Jahren ab Inbetriebnahme.
Stand März 2026 werden weitere Änderungen am EEG diskutiert. Grundlage ist ein bekannt gewordener Referentenentwurf, der nach Einschätzung von Branchenvertretern wie dem Bundesverband Solarwirtschaft oder dem BDEW (Branchenverband der Energie- und Wasserwirtschaft) deutliche Einschnitte bei der Förderung neuer Solaranlagen bringen könnte. Diese Vorschläge sind jedoch noch nicht geltendes Recht. Für Betreiberinnen und Betreiber gelten derzeit weiter die aktuellen Regeln zu Einspeisevergütung, KfW-Förderung und Steuervorteilen.
Solarpflicht: Wann Photovoltaik auf dem Dach vorgeschrieben ist
In mehreren Bundesländern gilt inzwischen eine sogenannte Solarpflicht, auch solare Baupflicht oder Solardachpflicht genannt. Sie verpflichtet Bauherren und Bauherrinnen gesetzlich dazu, unter bestimmten Bedingungen Solaranlagen auf Dächern zu installieren, was entsprechende Investitionskosten mit sich bringt. Dies trifft in der Regel auf Neubauten und bei umfassenden Dachsanierungen bestehender Wohngebäude zu.
Die Regelung kann sich sowohl auf Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung als auch auf Solarthermieanlagen zur Wärmegewinnung beziehen. Die genauen Anforderungen, legt das jeweilige Landesrecht fest. Das Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Wichtig: Die Regelungen zur Solarpflicht können sich ändern. Prüfen Sie daher vor einem Bau- oder Sanierungsvorhaben unbedingt die aktuellen Vorgaben bei Ihrer zuständigen Behörde.
So lohnt sich Photovoltaik wirklich: Tipps vom Profi
Was bedeutet Solarenergie für Ihr Zuhause und worauf sollten Sie achten? Darüber haben wir mit Felix Hagen gesprochen, Experte für nachhaltige Energiekonzepte und effiziente Solarstromnutzung im Eigenheim.

Im Gespräch mit
Felix Hagen
Felix Hagen ist Geschäftsführer der ProEco Rheinland, dem Kompetenzzentrum der rheinischen Sparkassen für Nachhaltigkeit. Das Unternehmen bietet sowohl Privatpersonen als auch Firmen unter anderem ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich Photovoltaikanlagen.
Felix Hagen ist Geschäftsführer der ProEco Rheinland, dem Kompetenzzentrum der rheinischen Sparkassen für Nachhaltigkeit. Das Unternehmen bietet sowohl Privatpersonen als auch Firmen unter anderem ein umfassendes Leistungsspektrum im Bereich Photovoltaikanlagen.
1. Wie entwickelt sich der Markt für Photovoltaikanlagen?
Bereits seit 2023 ist beim Kauf einer Photovoltaikanlage keine Mehrwertsteuer (19 Prozent) zu zahlen; zudem sind PV-Anlagen in den letzten Monaten generell sehr günstig geworden. Für private und gewerbliche Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer ist es daher aus wirtschaftlicher Sicht schon fast ein No-Brainer, sich eine Anlage zu installieren. Jeder Haushalt sollte sich die Frage stellen, ob er seine Dachflächen mit Sonnenenergie nutzen kann. Dazu zählt neben Photovoltaik auch Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung.
Wir sehen daher einen wachsenden Markt, allerdings auch einen sehr fragmentierten: Es gibt sehr viele Anbieter. Das sorgt mitunter für Verunsicherung. Für Kundinnen und Kunden ist manchmal schwer nachvollziehbar, wer der beste, der seriöseste oder schlicht der geeignetste Anbieter ist.
2. Wie genau unterstützen Sie solarinteressierte Kundinnen und Kunden der Sparkassen?
Gemeinsam mit der Provinzial, dem öffentlichen Versicherer der Sparkassen-Finanzgruppe, haben wir uns den Markt genau angesehen, um Kundinnen und Kunden im Geschäftsgebiet umfassend beraten zu können. Wir haben in der Folge drei verschiedene Anlagentypen entwickelt, die sich für jedes erdenkliche Dach in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz eignen.
Die ProEco Rheinland übernimmt hier im Rheinland den Vertrieb: Wir sehen uns also Ihr Dach zu Hause an, machen ein Aufmaß oder bestimmen beispielsweise einen geeigneten Platz für den Speicher und können dann direkt vor Ort ein verbindliches Angebot abgeben. Wenn das für Sie passt, garantieren wir, dass die Anlage innerhalb von 12 Wochen auf Ihrem Dach ist.
Die Provinzial Service Solar, der Dienstleister der Provinzial in Sachen Solartechnik, tritt als Generalunternehmer auf und übernimmt das gesamte Projektmanagement: von erforderlichen Genehmigungen bis zur Installation der Anlage durch einen regionalen Partner. Im digitalen Kundenportal behalten Sie jederzeit den Überblick über den Stand Ihres individuellen PV-Projekts.
3. Was sollten Hauseigentümerinnen und -eigentümer finanziell bedenken, bevor sie in eine Photovoltaikanlage investieren?
Lassen Sie sich individuell beraten und rechnen Sie die Anlage vor allem gut durch. Bei Solarenergie gilt nämlich nicht das Motto „viel hilft viel“. Eine PV-Anlage muss auf den tatsächlichen Verbrauch des Haushalts abgestimmt sein. Ob Sie beispielsweise – heute oder in Zukunft – ein E-Auto laden möchten oder nicht, sollte Einfluss darauf nehmen, wie Sie die Anlage dimensionieren.
Aufgrund der immer weiter sinkenden EEG-Umlage, also der Einspeisevergütung, die Sie für Ihren Strom erhalten können, lohnt sich eine zu große Anlage nicht. Eine Solaranlage ist umso wirtschaftlicher, je mehr Eigenverbrauch sie bedient.
4. Welche wichtigen Schritte sollten Solarinteressierte beim Planen und Installieren einer Photovoltaikanlage beachten?
In der Regel benötigen Sie zunächst einen guten PV-Planer oder eine -Planerin und eine starke Finanzierungsberatung. Im ersten Schritt sehen Sie sich mit der PV-Planung den Dachzustand an: Ist hier alles in Ordnung? Haben Handwerksbetriebe einen guten Zugang oder benötigen sie ein Gerüst? Wie ist die Haustechnik, gibt es eine gute Hauserdung? Wo können Kabelkanäle gelegt werden? Im nächsten Schritt ist der individuelle Verbrauch entscheidend. Es geht nicht darum, das Maximum an Dachfläche auszunutzen. Ermitteln Sie also, wie groß die Anlage insgesamt ausgelegt werden muss. Mit diesen Infos gehen Sie dann zu Ihrer Sparkasse und machen die finanzielle Seite dingfest.
Meist ist es übrigens wirtschaftlicher, wenn Sie die Anlage kaufen und nicht mieten. Mietangebote sind generell eher kritisch zu betrachten, weil hier häufig Klauseln versteckt sind, mit denen Sie nicht unbedingt rechnen. Zum Beispiel muss geklärt sein, was mit der Solaranlage am Ende der Mietzeit geschieht: Muss sie zurückgebaut werden, gibt es ein Kaufangebot? Kann sich der Mietpreis über die Laufzeit ändern? Und: Wie wird der erzeugte Strom vermarktet? Muss ich meinen eigenen Strom kaufen, wer erhält die Einspeisevergütung bei Überproduktion? Da gibt es unterschiedliche Modelle.
5. Welche Fehler sollte ich vermeiden, um die Leistung meiner Solaranlage optimal zu nutzen?
Einer der häufigsten Fehler ist es, die PV-Anlage zu groß zu planen. Im Schnitt amortisiert sich eine Solaranlage bereits nach 7 bis 10 Jahren. Wenn die Amortisationszeit über 15 Jahren liegt, ist es eine Fehlplanung. Auch den Speicher sollten Sie mit Bedacht dimensionieren, diese Systeme lassen sich später noch erweitern. Zudem ist es wichtig, realistische Verbrauchswerte anzusetzen, um den Autarkiegrad bestimmen zu können.
6. Wie können Hauseigentümerinnen und -eigentümer Solarstrom am besten in ihre bestehenden Energiekonzepte integrieren?
Das ist sehr individuell. Es gibt beispielsweise Smart-Home-Systeme, die über ebenso smarte Stromzähler analysieren können, ob es grade wirtschaftlicher ist, den PV-Strom einzuspeisen und parallel einen variablen Stromtarif einzukaufen – oder ob es gerade wirtschaftlicher ist, den erzeugten Strom selbst zu nutzen. Außerdem kommt es immer auf den tatsächlichen Verbrauch eines Haushalts an. Gibt es beispielsweise eine Wärmepumpe, ist es sehr sinnvoll, diese mit dem Solarstrom zu koppeln.
Manche stellen Solarstrom auch ihren Mieterinnen und Mietern zur Verfügung. Auch in Mehrfamilienhäusern lassen sich Photovoltaikanlagen also sinnvoll integrieren, um Mietenden günstige Nebenkosten anbieten zu können.
7. Welche technischen Innovationen in der Photovoltaik könnten in den kommenden Jahren den Markt prägen?
Es gibt in mehrfacher Hinsicht technologischen Fortschritt bei Solaranlagen. Erstens haben PV-Module immer höhere Wirkungsgrade, es gibt immer geringere Wärmeverluste. Was darüber hinaus zum Trend werden könnte, ist das sogenannte bidirektionale Laden. Das bedeutet, dass das E-Auto, das vor der Tür steht, mit als Speicher genutzt werden kann. Die Batterie im geparkten Auto kann dann bei Bedarf auch die Verbraucher im Haus bedienen.
Was zudem immer mehr kommt, ist, dass man PV-Elemente in bestehende Gebäudesubstanzen mit integriert – beispielsweise in Außenwände oder in Dachziegel. Sie sehen also die verbaute PV-Anlage irgendwann gar nicht mehr, die gesamte Dacheindeckung kann zur Solaranlage werden.
In großen industriellen Testanlagen wird PV-Strom heute außerdem bereits zur Wasserstofferzeugung genutzt, denn Wasserstoff lässt sich unbegrenzt lange speichern. Über eine Brennstoffzelle lässt er sich jederzeit wieder in Strom oder Wärme umwandeln. Das könnte eine Entwicklung werden, die in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung bekommen wird. Vielleicht eines Tages sogar in Privathaushalten, auch wenn das noch ein weiter Weg sein dürfte.
Sie denken auch über eine eigene Photovoltaikanlage nach?
Die wichtigsten Fragen zu Photovoltaik und Solaranlagen
Für PV-Anlagen werden über den KfW-Kredit 270 bis zu 100 Prozent der Kosten als Förderdarlehen finanziert. Dazu zählen nicht nur die Anschaffungskosten der Solarmodule, finanziert werden auch die erforderlichen Planungen, die notwendigen Baumaßnahmen, Installationskosten und der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Weitere Zuschüsse für Solar gibt es vor allem auf regionaler Ebene, zum Beispiel für Batteriespeicher.
Ein Pauschalpreis lässt sich nicht nennen, zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen für die Leistungen der PV-Anlage. Diese hängt unter anderem von ihrem Standort, ihrer Größe und ihrer Ausrichtung ab. Für ein Einfamilienhaus liegen typische Investitionen zwischen 6.000 und 12.000 Euro. Hinzu kommen Netzanschlussgebühren, Nebenkosten, erforderliche Umbaumaßnahmen und laufende Kosten. Anders ist es bei der PV-Anlage auf dem Balkon: Diese gibt es schon ab wenigen hundert Euro.
Solaranlagen mit Erstinbetriebnahme ab 25. Februar 2025 bekommen keine Einspeisevergütung mehr, wenn der Strompreis negativ ist. Neue Anlagen dürfen vorerst nur maximal 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen, bis eine Steuerbox installiert wird. Dafür sind Netzanschlüsse für kleine Anlagen bis 30 Kilowatt deutlich einfacher und schneller geworden.
Ja, Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt Leistung bleiben von der Mehrwertsteuer befreit. Außerdem müssen Besitzerinnen und Besitzer von PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kWp Einnahmen aus dem selbst erzeugten Strom nicht versteuern – das gilt rückwirkend seit 2022. Beides zusammen kann die Investition spürbar günstiger machen.
Eine Photovoltaikanlage lohnt sich besonders, wenn Sie einen großen Teil des erzeugten Stroms selbst nutzen. Das gelingt vor allem mit einem Stromspeicher oder bei hohem Stromverbrauch im Haushalt. Je höher der Eigenverbrauch, desto schneller kann sich die Anlage wirtschaftlich rechnen.
Für den Eigenbedarf braucht ein 4-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von etwa 4.500 kWh im Jahr eine Solaranlage mit 5 bis 10 Kilowatt-Peak (kWp). Ein 1- bis 2-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.000 kWh im Jahr benötigt etwa 3 bis 6 kWp.
Solarenergie lässt sich auf zwei Arten nutzen:
- Solarthermieanlagen erzeugen Wärme: Hier können Sonnenkollektoren für den Warmwasserbedarf und für Heizungen genutzt werden. Dabei wandeln Kollektoren die Sonnenenergie in Wärme um, wobei in schmalen Röhren Flüssigkeit erwärmt wird, die schließlich an der Heizung oder am Warmwasseranschluss ankommt.
- Photovoltaikanlagen erzeugen Strom: Dabei nutzen Solarpanels die Sonneneinstrahlung, um diese in elektrischen Strom umzuwandeln. Damit können Haushaltsgeräte versorgt, Wärmepumpen angetrieben oder auch E-Autos geladen werden. Der Strom, der nicht verbraucht wird, kann gespeichert oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.



