
Die Zahl der Warengruppen, bei denen Deutschland einen substanziellen Exportanteil hat, ist in den vergangenen Jahren etwas gesunken.
Stark ist Deutschland weiterhin im Maschinenbau und bei Chemieprodukten.
Es gibt aber auch ein paar Überraschungen.
Eine gute Nachricht: Ja, Deutschland ist immer noch Exportweltmeister – und zwar in erstaunlich vielen Bereichen. Laut einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat Deutschland im Jahr 2023 bei rund 180 verschiedenen Warengruppen eine weltweite Exportdominanz. Das bedeutet: Mindestens 3 von 10 der weltweit exportierten Waren einer Produktkategorie stammen aus Deutschland.
Deutschlands Supertalente
Und in welchen Produkten ist Deutschland nun Weltspitze? Die meisten Exporttitel sichert sich Deutschland in diesen Bereichen:
- Chemieprodukte: etwa Düngemittel, Opioid-Schmerzmittel, spezielle Kunststoffe.
- Maschinenbau und Elektrotechnik: zum Beispiel Mikroskope, Erntemaschinen oder Regeltechnik-Instrumente.
- Unedle Metalle: Das sind bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte.
Skurrile Exporthelden: Die unbekannten Champions
Klingt trocken? Nicht ganz. Denn einige Exportprodukte sind richtig kurios oder sogar unterhaltsam.
- Kieserit und Epsomit – das sind natürliche Magnesiumsulfate, die als Düngemittel dienen. Deutschland hält hier satte 94 Prozent Marktanteil weltweit.
- Tilidin, ein starkes Schmerzmittel aus der Opioid-Familie, ist ein weiterer deutscher Exportschlager mit mehr als 93 Prozent Weltmarktanteil.
- Kranwagen (Autokrane) – Deutschland liefert weltweit mehr als 50 Prozent dieser Spezialfahrzeuge. Wenn irgendwo auf der Welt ein Kranwagen anrückt: Die Chancen stehen gut, dass er aus Deutschland kommt.
Elektroautos und Jumbojets – Export mit PS
Auch wenn sie zahlenmäßig nicht so oft vorkommen, bei den wertvollsten Exporten dominieren die großen Brocken – und an der Spitze eine große Überraschung.
- Elektrofahrzeuge waren 2023 Deutschlands wertvollster Export mit einem Weltmarktanteil von 31 Prozent und einem Exportwert von mehr als 40 Milliarden US-Dollar.
- Auch riesige Passagierflugzeuge aus deutscher Fertigung (z. B. Airbus-Komponenten) sind ein Exportschlager mit einem Wert von rund 25 Milliarden US-Dollar.
- Etwas überraschend für Außenstehende: Einbauküchenelemente aus Holz gehören ebenfalls zu den wertvollsten deutschen Exporten, wenn auch mit etwas Abstand zu den zuvor genannten Produkten (2,6 Milliarden US-Dollar Exportwert).
Der Haken: Die Konkurrenz schläft nicht – China schon gar nicht
Allerdings: Die Zahl der Exportkönigsdisziplinen ist in Deutschland seit 2010 von 237 auf rund 180 gesunken. Besonders China holt auf – und überholt. In vielen Warengruppen, in denen Deutschland früher dominierte, hat China inzwischen die Nase vorn. Beispiel: Flachstrickmaschinen, mit denen industriell Garn verarbeitet wird. 2010 hatte Deutschland hier fast 53 Prozent Export-Weltmarktanteil, heute nur noch unter 20 Prozent – China hingegen ist hier mittlerweile klarer Marktführer.
Insgesamt hat Deutschland im Bereich Maschinen & elektronische Waren sowie Erzeugnisse der chemischen Industrie für besonders viele Produkte den Titel Exportweltmeister verloren – jedoch von einem sehr hohen Niveau kommend. Dafür gibt es heute in einem spannenden Bereich mehr Weltmeistertitel als noch 2010: bei unedlen Metallen und den daraus hergestellten Waren.
USA von besonderer Bedeutung
Die USA kaufen besonders gern „Made in Germany“ – in 30 Warengruppen sind sie Deutschlands Top-Abnehmer. Das lässt den Zollstreit, den US-Präsident Donald Trump begonnen hat, umso kritischer erscheinen. Handelshemmnisse aus den USA treffen also gezielt viele Kernbranchen der deutschen Exportwirtschaft.
China wiederum importiert zwar viel aus Deutschland, aber nur in wenigen Fällen mehr als 30 Prozent einer Warengruppe.
Stark, aber unter Druck
Deutschland ist nicht mehr der Exportweltmeister „insgesamt“, wie noch vor Jahren, aber in vielen spezialisierten Nischen Weltklasse. Der deutsche Export lebt vom Ingenieurs-Know-how, der Präzision und einer starken Industrie. Im Bereich Digitalisierung und Hochtechnologie ist Deutschland hingegen eher schwach aufgestellt. Die Zukunft von „Made in Germany“ entscheidet sich also nicht nur in der Produktionshallen und Chemiewerken – sondern auch im digitalen Raum.
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Stand: 2. April 2025
Das Artikelbild ist KI-generiert.
